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Chinesische Schrift Artikel
Buch-Tipp: Chinesisch lernen Schritt für Schritt 1. Mit CD Nicht ca. für Kinder sehr hilfreich Das Buch wendet sich eigentlich an Kinder ab Ende der Grundschule, bietet aber auch erwachsenen Lernern einen sehr guten Einstieg in das Chinesische.
Sehr gelungen: Die Autorin konzentriert sich auf die wesentlichsten Vokabeln und grammatischen Regeln. Der Lerner ist aber auf dieser Grundlage sehr schnell in der... |
Buch-Tipp: Chinesische Grammatik für Deutsche Um ausführliche Informationen zum Buch " Chinesische Grammatik für Deutsche" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
Historie bis zur Volksrepublik China | |
Die chinesische Schrift hat ihren Ursprung vor über 3 Tausend Jahren.
Die ältesten Schriftzeichen (æ¼¢å—, chin. hanzi, jap. kanji, kor. hanja) waren in Rinderknochen (Schulterblatt, so genannte Orakelknochen) und Schildkrötenpanzer (zum Weissagen der Jagd etc.) eingeritzte Bildzeichen (http://www.um.u-tokyo.ac.jp/DM_CD/DM_CONT/KOKOTSU/HOME.HTM) aus der Zeit ungefähr 1400 v. Chr. Sie wurden 1899 in Anyang gefunden. Es wird davon ausgegangen, dass zu dem damaligen Zeitpunkt bereits 5 Tausend verschiedene Zeichen existierten. Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich die Bilderschrift zu einer voll verkehrsfähigen Schrift, die in der Lage war Syntax und Semantik einiger der damaligen Sprachen in dem Raum der heutigen Volksrepublik China vollständig abzubilden. Mit der chinesischen Reichseinigung unter dem ersten Kaiser 秦始皇å¸? (Qin Shi Huang Di) ungefähr 200 v. Chr. fand eine große Schriftvereinheitlichung statt.
Die Schriftzeichen wurden in dem Rahmen des Kulturtransfers, der Eroberung und der Missionierung durch den Buddhismus in den Ländern Japan, Korea und Vietnam übernommen. Dort wurden sie zu dem Teil durch Silbenschriften erweitert (Hiragana und Katakana in Japan), parallel zu phonembasierten Schriften benutzt (in Korea, Hangeul) oder, wie in Vietnam, schließlich nachdem Ende der Kolonialherrschaft der Franzosen abgeschafft.
Die Verwendung der Schriftzeichen in dem gesamten Einzugsbereich des chinesischen Kaiserreichs in dem Zusammenspiel mit dem seit der Reichseinigung (Qin-Dynastie) 200 v. Chr. etablierten Beamtenstaat führte dazu, dass die Schriftsprache eine die verschiedenen chinesischen Sprachgemeinschaften verbindende Lingua Franca wurde. Sie bildete das Verbindungsmaterial, das die relative Geschlossenheit des chinesischen Kulturraums ermöglichte. Gleichzeitig führte es dazu, dass in China bis in das 20. Jahrhundert hinein ein Politiker ein guter Literat sein musste, wenn er Einfluss gewinnen wollte - und nicht, wie in dem Westen, ein guter Redner. An vielen Stellen wird beschrieben, wie groß die Enttäuschung bei vielen Chinesen war, als sie Politiker wie Mao Zedong oder Deng Xiaoping zu dem ersten mal sprechen hörten.
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Schrift in der Volksrepublik China, Taiwan, Korea und Japan | |
Im Jahre 1955 fand in der Volksrepublik China eine Schriftreform statt, in deren Verlauf eine starke Vereinfachung der meisten der häufig gebrauchten Schriftzeichen vorgenommen wurde. Die traditionellen "Langzeichen" werden jedoch heutzutage vielfach parallel benutzt und kehren seit den Lockerungen in der Volksrepublik stets mehr in den Alltag zurück. Es hat sich herausgestellt, dass die vereinfachten Zeichen zwar das Schreiben erleichtern, aber das Lesen vielfach erschweren, da sie untereinander ähnlicher sind - ein ähnlicher Effekt wie in der westlichen Stenographie. Häufig wurden auch zwei oder drei Zeichen in der Langschrift zu einem einzigen Zeichen in der Kurzschrift zusammengefasst, was die Erkennbarkeit der Wörter noch erschwert. Mit der weiten Verbreitung der elektronischen Textverarbeitung geht der Vorteil der vereinfachten Zeichen, das schnellere handschriftliche Schreiben, allmählich wieder verloren.
In Taiwan und Hongkong wurde die Tradition des Schreibens mit Langzeichen bis heute nicht unterbrochen. In Japan - wo man ein gemischtes System aus chinesischen Zeichen und Silbenschriften benutzt - wird eine weniger radikal vereinfachte Variante der Langzeichen gebraucht.
In Korea wurde bis 1446 ca. mit chinesischen Zeichen geschrieben. Dann wurde dazu parallel die eigene Schrift Hangul eingeführt. In Südkorea wird bis heute in manchen Druckwerken (ähnlich wie in Japan) ein gemischtes System aus chinesischen Zeichen (dort Hanja genannt) und Hangul geschrieben, in Nordkorea wurden in einer Schriftreform die chinesischen Zeichen abgeschafft.
Buch-Tipp: Die Kanji lernen und behalten 2 Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " Die Kanji lernen und behalten 2". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. |
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Das älteste Lexikon für chinesische Schriftzeichen ist das Shuowen jiezi (說文çµ?å—, dt. Erklärung der einfachen Zeichen und Erläuterung der zusammengesetzten Zeichen) aus dem Jahr 121 n.Chr. Die Schriftzeichen sind dort nach einem System von wieder erkennbaren Elementarzeichen, den sog. 'Radikalen', eingeteilt. Dieses System, die Schriftzeichen durch Radikale zu klassifizieren, hat sich bis heute erhalten. Die Zahl der Radikale, die in dem Shuowen jiezi noch 512 betrug, wurde jedoch stets weiter reduziert, so dass die heute am weitesten verbreitete Einteilung für die traditionellen chinesischen Zeichen 214 Radikale als Klassenzeichen benutzt. Diese Einteilung wurde durch seine Verwendung in dem Kangxi zidian (康熙å—å…¸, Kangxi-Wörterbuch) aus dem Jahre 1716 verbreitet. Es enthält bereits ungefähr 49 Tausend Schriftzeichen. (Liste traditioneller Radikale)
Für eine alphabetische Anordnung in Telefonbüchern und allgemeinen Lexika (im Gegensatz zu speziellen Schriftzeichen-Lexika) wird heute meist die Anordnung in einer Umschrift genutzt - in dem Japanischen werden Wörter entsprechend ihrer Umschrift in die japanischen Silbenalphabete, in dem Chinesischen meist entsprechend ihrer Pinyin-Umschrift angeordnet.
Das Kanji-Database-Projekt (http://kanji-database.sourceforge.net/) ist in dem Moment dabei, die in Unicode (http://www.unicode.org/) 3.1 festgelegten 70 Tausend Zeichen mit den 90 Tausend Zeichen der Mojikyo-Fonts (http://www.mojikyo.org/html/abroad/abroad_top.html) unter einen Hut zu bringen. Wörterbücher für vereinfachte Schriftzeichen benutzen eine andere Anzahl an Radikalen, häufig sind es 227 Radikale.
Buch-Tipp: Fülle und Leere. Die Sprache der chinesischen Malerei Die Beschreibung für das Buch " Fülle und Leere. Die Sprache der chinesischen Malerei" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
Die Schrift in dem Einzelnen |
Buch-Tipp: Gemalte Wörter Klapptext 214 chinesische Schriftzeichen - vom Bild zu dem Begriff
Ein Schlüssel zu dem Verständnis Chinas. seiner Menschen und seiner Kultur
Kunst und Philosophie der Chinesen faszinieren seit jeher die westliche Welt, obwohl eines der wichtigsten Elemente seiner Kultur - die Sprache - den meisten menschen außerhalb Chinas verschlossen bleibt.
Dieses... |
Einteilung der Schriftzeichen | |
Die Schriftzeichen werden in China nach sechs verschiedenen Arten (å…æ›¸, Liushu) unterschieden:
- 1. 象形 (Xiangxing, dt. Bildzeichen) - Piktogramme. (geben das genannte der Erscheinungsform nach wieder z.B. 山 für Berg)
- 2. 指事 (Zhishi, dt. auf Tatbestände deuten) - Symbole, Ideogramme.
- 3. 會� (Huiyi, dt. Vereinigung der Bedeutungen) - Zeichen, die aus zwei oder mehr Zeichen mit verschiedenen Bedeutungen zusammengesetzt sind und deren Inhalt mit dem neuen Gesamtinhalt zusammenhängt.
- 4. 形� (Xingsheng, dt. Form und Ton) - Zeichen, die aus einem laut- und einem bedeutungsandeutenden Zeichen zusammengesetzt sind - Phonogramme. Ein Beispiel dafür ist das Zeichen 请 qing für "bitten". Dabei gibt die rechte Komponente �qing die Aussprache an, während die linke Komponente 言yan, "sprechen", einen Hinweis auf die Bedeutung gibt. Die bedeutungstragende Komponente bezeichnet man auch Radikal.
- 5. 轉注 (Zhuanzhu, dt. wenden und gießen) - Synonyme
- 6. �借 (Jiajie, dt. unter falschem Namen) - Zeichen, die wegen gleicher Lautung für eine andere Bedeutung benutzt werden.
90 Prozent % aller Schriftzeichen fallen dabei unter die Gruppe 4 形� (Xingsheng).
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Bedeutung einzelner Schriftzeichen | |
In der langen Geschichte haben die meisten Schriftzeichen eine ganze Reihe von Bedeutungen angenommen. Zu dem Beispiel hat das Zeichen 傳 (zhuan) die Bedeutungen
- 1. predigen, propagieren
- 2. interpretieren, über etwas sprechen
- 3. sich ausbreiten (Gerücht, Krankheit)
- 4. übertragen (Elektrizität, Wärme)
- 5. schicken
- 6. Nennungszusatz für eine Chronik, einen Bericht oder ein Register.
Oder das Zeichen é?“ (dao) hat die Bedeutung
- 1. Weg, Straße
- 2. Wahrheit, Doktrin, Lehre, Prinzip
- 3. Taoismus
- 4. Regierungsbezirk, politische Unterabteilung einer Präfektur
- 5. (Zähleinheitswort), z.B.: 一�光 (yi dao guang, dt. ein Lichtstrahl)
- 6. führen, leiten
- 7. sprechen, sagen, Wörter
- 8. rein phonetische Verwendung (z.B. bei der Transkription der dt. Stadt Landau -> Lang-dao)
Dies stellt eine der großen Schwierigkeiten bei der Lesung und Übersetzung von alten Texten dar.
Da die gesprochenen Sprachen jedoch über sehr viele Homophone verfügen, sind in vielen Fällen die Zeichen bessere Hinweise auf die Bedeutung als eine rein phonetische Wiedergabe. Einen antiken Text in dem klassischen Schriftstil ca. aufgrund einer phonetischen Wiedergabe zu verstehen, ist praktisch unmöglich und war von den antiken Autoren auch gar nicht vorgesehen; der Schriftstil unterschied sich merklich von der damaligen gesprochenen Sprache.
Buch-Tipp: PONS Schriften auf eine Blick: PONS Schriften auf einen Blick. Chinesisch Péngshi = PONS auf Chinesisch Die chinesische Schrift auf einen Blick darzustellen mutet angesichts der über 5. Tausend benutzten Schriftzeichen als ein gewagtes Vorhaben an. Den Übersichtsblättern gelingt es dennoch einen Ein- und Überblick über die Entwicklung der chinesischen Piktogramme und ihre deutlich ausgeprägten Besonderheiten in Form... |
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Die Wörter setzen sich zumeist aus mehreren Zeichen zusammen. Ursprünglich bestanden in dem klassischen antiken Chinesisch, vor allem in der Schriftsprache, die meisten Wörter aus ca. einem oder zwei Zeichen. Die stets weitergehende Verlängerung der Wörter hat sich in dem 20. Jahrhundert seit der Gründung der Republik noch verstärkt.
Buch-Tipp: Schrift und Sprache der Chinesen Geheimnisse gelüftet Wer versucht der chinesischen Sprach- und Gedankenwelt näher zu kommen, sollte unbedingt dieses Buch lesen! Karlgren versteht es, den Leser auf eine abwechslungsreiche, ja charmante und doch immer von wissenschaftlicher Gründlichkeit geprägte Weise in die Schrift und Sprache der Chinesen einzuführen. Von der Geschichte dieser... |
Anzahl der Schriftzeichen | |
Eine stets wieder kehrende Frage ist die nach der Anzahl der chinesischen Schriftzeichen (æ¼¢å— hanzi). Das bisher umfangreichste Wörterbuch, das Hanyu da zidian 漢語大å—å…¸, aus dem Jahr 1990, enthält mehr als 50 Tausend Schriftzeichen. Ein durchschnittliches Wörterbuch enthält jedoch ca. um die 10 Tausend Zeichen. Viele dieser Zeichen kommen ca. in der alten Literatur oder in Dialekten vor oder sind schon ausgestorben. Manche Schriftzeichen kommen ca. in einem einzigen Kontext vor. Das Schriftzeichen å´? wird ca. für die Festung Chikanlou 赤å´?樓 in Tainan auf Taiwan benutzt. Das Zeichen 浬 li (= Seemeile) wurde durch das Zeichen 里 li = Meile oder durch 海里 haili (= Meermeile) ersetzt. Der durchschnittliche Chinese sollte um die 3 Tausend Schriftzeichen kennen, Studierte etwas mehr. Mit einer Schriftzeichenkenntnis von weniger als 1 Tausend Zeichen zählt man in China als Analphabet.
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In den 1950er Jahren begann die Regierung der Volksrepublik China mit einem Schriftreformprozess, in dessen Folge die Schreibrichtung von links nach rechts (statt von oben nach unten) eingeführt wurde und eine Anzahl von Schriftzeichen vereinfacht wurde. Hongkong, Macau und Taiwan übernahmen diese Reformen nicht. Beispiele für diese Vereinfachungen sind 图 für 圖 tu (= Karte) und � für 單 dan (= einzeln). Methoden der Vereinfachung war zu dem Beispiel die Verbindung von Punkten zu Linien: 馬 (ma = Pferd) wird zu 马 oder das Weglassen von Strichen bzw. Punkten: 爲 (wei = tun) wird zu 為.
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Im Druck werden alle Zeichen, einschließlich der Satzzeichen, in gleichgroße, ungefähr quadratische gedachte Kästchen gesetzt. Verschieden breite Zeichen, wie etwa das deutsche "m" gegenüber dem "i", gibt es somit nicht. Um die Details auch der kompliziertesten Zeichen (mit 20 und mehr Strichen) noch erkennen zu können, darf die Schrifttype insgesamt nicht zu klein gewählt werden. Bei selteneren Zeichen wird häufig daneben oder darüber sehr klein die Aussprache angegeben (z.B. in Japan durch Furigana (auch Rubi oder Ruby genannt), in der VR China bis 1956 und in Taiwan bis heute Bopomofo).
Leerzeichen zwischen Wörtern sind in der chinesischen Schrift in dem allgemeinen unüblich. Dadurch gibt es keine klare Abgrenzung des Begriffs "Wort" in den Sprachen, die die Chinesische Schrift benutzen. Häufig sind sich auch verschiedene Muttersprachler nicht einig darüber, ob z.B. ein bestimmtes Element in einem Satz nun eine Endung oder ein eigenes Wort ist.
Eine Textzeile wird, sobald sie voll ist, an einer beliebigen Stelle umgebrochen; Trennungsregeln gibt es nicht. Ca. unmittelbar vor einem Satzzeichen wird nicht getrennt und in diesem Fall ein Zeichen in die nächste Zeile "mitgenommen".
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Die Schreibrichtung war in der vormodernen Zeit in der Regel senkrecht, von oben nach unten, und diese Spalten waren von rechts nach links nebeneinander angeordnet.
Seit der Schriftreform wird in der VR China in Büchern meistens wie bei europäischen Büchern in Zeilen von links nach rechts und mit von oben nach unten angeordneten Zeilen geschrieben.
In Taiwan gedruckte Bücher werden jedoch nach wie vor von oben nach unten gelesen. Für Zeitungen und Zeitschriften gilt das jedoch ca. bedingt. In Anzeigen, und häufiger auch in der Werbung, wird, wenn in dem Text auch westliche (Marken-)namen auftauchen, die Schreibweise von links nach rechts benutzt.
In Japan findet man beide Varianten, wobei literarische Texte eher in Spalten, Sachtexte eher in Zeilen gedruckt werden. In Zeitungen wird beides vermischt benutzt, wodurch sich mehr Möglichkeiten für ein ansprechendes Layout ohne extrem kurze Zeilen (bzw. Spalten) ergeben.
Von oben nach unten gedruckte Bücher, also in Taiwan gedruckte und die meisten japanischen, werden aus europäischer Sicht auf der "falschen" Seite geöffnet. Blickt man auf die Titelseite, so ist der Buchrücken also rechts und nicht wie in Europa links. Bücher, bei denen die Schriftzeichen von links nach rechts angeordnet sind, also in der VR China gedruckte, werden wie europäische Bücher geöffnet und gelesen.
Inschriften über Portalen und Türen sind in der VR China häufiger in Spalten von rechts nach links geschrieben. In Japan sind Portalüberschriften eher - so wie in Europa - in Zeilen von links nach rechts, bei Tempeln und Schreinen allerdings fast ausschließlich traditionell in Spalten von rechts nach links geschrieben.
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Die Interpunktion (標點, biaodian) in ihrer heutigen vollständig ausgereiften Form wurde durch den Kontakt mit dem Westen erst nach und nach in dem 20. Jahrhundert eingeführt. Allerdings sind schon auf den frühgeschichtlichen Knocheninschriften eingeritzte Striche zu erkennen, die wahrscheinlich zur Abgrenzung semantischer Einheiten dienten. In den antiken Texten war Interpunktion unüblich und die Leser konnten sich selbst ihre 讀 (dou, dt. Pausenzeichen) in die Texte schreiben. Diese bestanden meistens in einem kleine Kreis "。" 圈 (quan) oder in einem Punkt 點 (dian). Der Ablauf des Hineinschreibens der Interpunktion in den Text wird seit der Han-Zeit als �讀 (judou, dt. Sätze lesen) genannt. Große Gelehrte konnte man daran erkennen, wie souverän sie in der Lage waren, die Interpunktion zu setzen. Noch heute findet man in den Buchhandlungen Taiwans Ausgaben von Klassikern, in denen die Zeichensetzung berühmter Gelehrter notiert ist.
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Die Kalligraphie ist eine in China hochangesehene Kunst. Hierbei werden mit einem Pinsel die Zeichen schwungvoll zu Papier gebracht. Diese Schriftzüge gelten genauso als Kunstobjekte wie z.B. Malereien. Es ist in der chinesischen Malerei sogar üblich Schriftzeichenins Bild mit einzufügen. In Japan wurde in dem Gegensatz zu China häufig nach den Grundprinzip Wabi-Sabi ein nicht in dem klassischen Sinne schönes, sondern bewusst "rohes" und unfertiges Aussehen angestrebt.
Kalligraphische Kunstwerke zieren darüber hinaus als paarige senkrechte Schrifttafeln und waagerechte Namensschilder den typischen chinesischen Garten. Sie sind von den Gartenbauten fast nicht zu trennen und bilden wichtige Schmuckelemente in dem chinesischen Landschaftsgarten. Der Inhalt der Tafeln und Schilder ist in dem allgemeinen auf die Umgebung der Gebäude bezogen. Häufig handelt es sich um Zeilen aus berühmten Gedichten, in denen Besonderheiten der Szenerie angedeutet sind.
Ihren künstlerischen Höhepunkt erreichte die Kalligraphie zusammen mit anderen Kunstformen in der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.). Die Kunstwerke der damaligen berühmten Kalligraphen - etwa von Wang Xizhi, Yan Zhenqing , Ou Yangxun und Liu Zongyuan - werden bis heute als unbezahlbare Schätze betrachtet.
Der Wert des 'Schönschreibens' wird in China sehr hoch angesetzt. Das sieht man auch daran, dass die Republik China in Taiwan bei den offiziellen Biographien ihrer bisherigen Präsidenten kalligraphische Arbeiten von diesen mit angibt. Hier (http://www.president.gov.tw/1_roc_intro/e_xpresident/e_sun_writting.html) z.B. für Sun Yat-sen.
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Zur besseren Handhabung der Schriftzeichen wurden mehrere Lautumschriften erfunden. Neben einigen an der Sprache des jeweiligen Übersetzers orientierten Sonderformen (vor allem in den anderen Ostasiatischen Sprachen) sind heute für Mandarin vor allem drei Systeme gebräuchlich: Die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte lateinische Umschrift von Wade-Giles, die nichtlateinische Umschrift Zhuyin, die auf Taiwan noch üblich ist, und das mit der Vereinfachung der Zeichen in der VR China eingeführte lateinbasierte Pinyin, das sich heute international zunehmend als Standard durchsetzt. Durch die vielfältigen Systeme kommt die teilweise vorhandene Uneinheitlichkeit der Lautumschrift zustande (z.B. Mao Zedong <-> Mao Tse-Tung oder Beijing <-> Peking).
Für die anderen Chinesischen Sprachen, wie beispielsweise Kantonesisch, werden ebenfalls Lautumschriften entwickelt, diese sind jedoch bisher weniger ausgereift als die Mandarin-Systeme.
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Der chinesischen Schrift wurde eine innewohnende Mystik zugeschrieben. So wurden früher -- und teilweise bis heute -- in China und Japan Zaubersprüche auf einen Papierstreifen geschrieben, und diese dann als Amulette benutzt. Sie verschafften beispielsweise Schutz vor Dämonen oder brachten einfach Glück.
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